Startseite - Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl

Viele Akteur*innen, ein Ziel: Mit Künstlicher
Intelligenz die Welt besser machen.

Es ist an der Zeit, zusammen zu kommen und Infrastrukturen, Förderprogramme, Initiativen, Projekte und Communities so zu vernetzen, dass daraus ein starkes KI-Innovationsnetz für das Gemeinwohl wird – über alle Sektoren hinweg: für die digitale Souveränität der Gesellschaft, für das Klima, für die Arbeitswelt, für unser Zusammenleben.

Mission

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“

- Aristoteles

Wir machen den Anfang. Seid dabei!

  • „Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Wir wollen in einem offenen Netzwerk unsere Kräfte bündeln und die Entwicklung und Nutzung gemeinwohlorientierter Anwendungen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, voranbringen und fördern. Wir werden unterschiedliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kooperation entwickeln.

  • Mit Civic Coding wollen wir im Sinne der KI-Strategie der Bundesregierung die gesellschaftlichen Kompetenzen, Strukturen und Rahmenbedingungen schaffen, um

    • mehr Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Aneignung von KI-Technologien schaffen
    • das Gemeinwohl, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Umwelt und das Klima in den Mittelpunkt zu stellen
    • KI-Kompetenzen in der Breite aufzubauen
    • gesellschaftliche Impulse für eine soziale und nachhaltige Technikgestaltung aufzunehmen und zu fördern und
    • Potenziale der KI-Technologie zu nutzen, Risiken zu erkennen und zu begrenzen

    Wie gehen wir vor?

    Wir teilen unsere KI-Infrastrukturen und vernetzen sie miteinander. Wir fördern Projekte, die auf nachhaltige und soziale KI-Anwendungen abzielen. So tragen wir dazu bei, ein lebendiges KI-Innovationsnetz für das Gemeinwohl in Deutschland und Europa aufzubauen. Zu den Angeboten, die im Innovationsnetz gebündelt werden, zählen in einem ersten Schritt die Civic Innovation Platform des BMAS, das Civic Data Lab des BMFSFJ und die KI-Ideenwerkstätten für Umweltschutz (Civic Tech Labs for Green) des BMU.

  • Die Civic Innovation Platform (CIP), ein Projekt der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft im BMAS bietet eine multifunktionale Internetplattform (www.civic-innovation.de), die sich an alle richtet, die KI-Technologien für gesellschaftlichen und sozialen Fortschritt nutzbar machen wollen. Durch einen Ideenmarkt und eine Matching-Funktion bringt sie potenzielle Projektpartner*innen zusammen: die Entwicklungsseite (Entwickler*innen, Start-ups) und Expert*innen in gesellschaftlichen Fragen aus Wissenschaft und Praxis (Schulen und (Fach-)Hochschulen, Vereine, Kommunen, Verwaltung, Gewerkschaften, gesellschaftspolitische Organisationen/Verbände etc.).

    Dafür wird ein ganzheitliches Förderprinzip verfolgt, das alle Phasen eines Open-Innovation-Prozesses berücksichtigt: von der Ideenentwicklung, dem Proof of Concept bis hin zur Umsetzung und dem Transfer. So fördert das BMAS im Rahmen des Projektes sowohl finanziell als auch ideell. Finanziell durch einen Ideenwettbewerb und eine Projektförderung; ideell durch Beratungs-, Unterstützungs- und Workshop-Angebote.

  • Das Civic Data Lab des BMFSFJ ist eine neu einzurichtende Struktur, deren Aufgabe die Entwicklung von kollaborativen Dateninfrastrukturen und die Aufbereitung von Datensätzen ist. Es soll ad hoc konkrete Projekte mit notwendigen Daten unterstützen und innovative und zukunftsweisende Datenerhebungs- und Bereitstellungsverfahren in diesem Sektor entwickeln. Das Civic Data Labsoll dadurch die Schaffung eines gemeinwohlorientierten Datenökosystems anschieben und Partner*innen aus Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung dabei unterstützen, Datensätze bereitzustellen, aufzubereiten und zu nutzen. Kernelement des Datenökosystems ist der DataHub. Dabei handelt es sich um einen vom BMFSFJ entwickelten Datenpool, der im bisher ersten Schritt öffentlich verfügbare, aber in Datensilos verstreute Informationen zu z. B. verschiedenen Anlauf- und Beratungsstellen und deren Angeboten zusammenführt und zur Verwendung in (im ersten Schritt) kartenbasierten Informationsangeboten bereitstellt. Es wird künftig einen besonderen Fokus auf die gemeinsame Schaffung von Datenaustauschinfrastrukturen legen z. B. durch die Erarbeitung von Datenaustausch- und -beschreibungsstandards, Schnittstellen und Datendrehscheiben, da diese eine Grundlage für KI-Anwendungen darstellen.

  • Bei den KI-Ideenwerkstätten für Umweltschutz (Civic Tech Labs for Green) des BMU handelt es sich um neu einzurichtende Experimentier- und Anwendungslabore für zivilgesellschaftliche Akteur*innen, in denen sozial-ökologische Innovationen mit dem Fokus auf KI-Technologien demonstriert, getestet und in Anwendung gebracht werden. Damit sollen die gesellschaftliche Nutzung und Entwicklung von KI im Dienste des Allgemeinwohls verbreitert werden. Gesellschaftliche Impulse für eine soziale und nachhaltige Technikgestaltung von KI werden aufgenommen und gefördert. Im Zentrum der Aktivitäten steht daher die Befähigung (Empowerment) von Akteur*innen, Daten- und KI-Kompetenz aufzubauen.

    Die KI-Ideenwerkstätten sollen neben KI-Expertise für Klima und Umweltschutz Infrastruktur bereitstellen: Sie bieten Ausstattung und Hardware zum Experimentieren, einen digitalen Werkzeugkasten mit Datenanalyse- und KI-Software inkl. begleitenden Anleitungen sowie eine Übersicht relevanter Datensätze und -quellen. Außerdem sollen anhand von Flaggschiffprojekten, die konkrete KI-Anwendungsfälle für den Umwelt- und Naturschutz umsetzen, die Chancen wie Grenzen von KI für Umwelt-, Klima- und Naturschutz greifbar gemacht werden.

    Geplant sind die KI-Ideenwerkstätten als Räume der Begegnung, des Entdeckens und des Experimentierens. Räume und Angebote, die Menschen einladen, sich auf neue Themen und gemeinwohlorientierte Anwendung von KI Technologien einzulassen und selbst KI-Anwendungen für den Umweltschutz zu entwickeln.

  • Im November 2018 wurde die Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung (KI-Strategie) unter Federführung der Bundesministerien für Arbeit und Soziales (BMAS), Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie Bildung und Forschung (BMBF) verabschiedet. Mit dieser wird ein politischer Rahmen für die Entwicklung und Anwendung von KI in Deutschland gesetzt. Ziel ist es, KI in Deutschland zum Wohle der Gesellschaft und der Umwelt ganzheitlich politisch gestalten; sie soll ethisch, rechtlich, kulturell und institutionell in die Gesellschaft eingebettet werden. Auf dieser Grundlage soll Deutschland und Europa zu einem führenden KI-Standort werden.

Wir haben den Anfang gemacht.
Am 21. Mai 2021

Im Rahmen der re:publica 2021 „In the Mean Time“ haben wir uns mit euch ausgetauscht über

„KI für alle: Gemeinsam ein lebendiges Ökosystem gestalten“

Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) sollen allen nutzen und der Gesellschaft insgesamt dienen - also gemeinwohlorientiert eingesetzt werden. Was aber bedeutet das? Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind notwendig, damit auf Basis von KI gesellschaftliche und soziale Innovationen entstehen können? Wie wird Gemeinwohlorientierung von den verschiedenen gesellschaftlichen Akteur*innen verstanden und welchen Beitrag können sie dazu leisten?

Sessionbeschreibungen

Keynotes: Was braucht ein Ökosystem für gemeinwohlorientierte KI?

Wie kann KI im Sinne des Gemeinwohls eingesetzt werden? Welche Ressourcen und welche Rahmenbedingungen braucht es für die Entwicklung eines starken Ökosystems für gemeinwohlorientierte KI? Was sind die konkreten Bedingungen für einen erfolgreichen Netzwerkaufbau? Joana Breidenbach, betterplace lab, und Matthias Spielkamp, AlgorithmWatch gGmbh, haben in ihren Keynotes thematisiert, wie Künstliche Intelligenz für das Gemeinwohl nutzbar gemacht werden kann.

Wie KI in den Alltag kommt: Chancen und Herausforderungen für KI-Projekte in der Praxis

Es wurde konkret: Wo klappt die Nutzung von Künstlicher Intelligenz für das Gemeinwohl bereits heute? Wie ließen sich die Anwendungen umsetzen und wo waren die Stolpersteine? Praxisbeispiele aus den Bereichen Arbeit, Soziales, Familie, Nachhaltigkeit und Umwelt haben sich vorgestellt und über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung von gemeinwohlorientierter KI berichtet.

Civic Coding – das neue Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl von BMAS, BMFSFJ und BMU

Wir, BMAS, BMU und BMSFSJ, haben uns zusammengeschlossen und die Initiative „Civic Coding" – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl“ ins Leben gerufen. Warum? Weil wir Infrastrukturen, Förderprogramme, Initiativen, Projekte und Communities im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) so vernetzen wollen, dass daraus ein starkes Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl wird.

Parallele Sessions

Session 1: Gemeinwohlorientierte Datennutzung

Bei der Digitalisierung unserer Gesellschaft spielen Daten eine Schlüsselrolle. Ihr Innovationspotenzial ist immens – aber wie kann es auch im Sinne des Gemeinwohls entwickelt werden? Wenn das Nutzen und Teilen von Daten sich bislang vor allem an rein wirtschaftlichen Interessen ausrichtet – was braucht es, um eine gemeinwohlorientierte Datennutzung zu stärken? Wie können Kompetenzen zu Datenqualität vermittelt und belastbare Dateninfrastrukturen geschaffen werden, um den Zugang nicht nur für Wirtschaft, sondern auch für NGOs, soziale Einrichtungen oder Wissenschaft zu ermöglichen? Diese und weitere Fragen haben die Session-Teilnehmenden mit Johannes Müller, CorrelAid  e.V., Prof.  Dr. Tilman Santarius, TU Berlin und Lorena Jaume-Palasí, The Ethical Tech Society, diskutiert, um gemeinsam zu definieren, was gemeinwohlorientierte Datennutzung bedeutet, welche Prämissen dabei beachtet werden müssen und was für Unterstützungsangebote es braucht.

Session 2: Gemeinwohlorientierte Gestaltung von KI / Soziale Technikgestaltung

Technik ist nicht neutral: Sie ist immer auch ein Produkt der Interessen ihrer Gestalter*innen. Diese Gruppe ist gerade im Bereich der KI-Entwicklung sehr homogen. Ziel ist es, sie zu verbreitern und den Prozess der Technikentwicklung und -anwendung zu demokratisieren. Wie kann die Gesellschaft an der Entwicklung von Algorithmen mitwirken, ihre Einsatzfelder mitbestimmen und ihre Anwendung ausgestalten? Wie sollte Technik gestaltet werden, damit sie dem Menschen dient und die Umwelt schützt. Welche Rolle kommt der Politik zu, wenn es darum geht, die Mitsprache der Zivilgesellschaft in der Technikgestaltung zu stärken. Diese Fragen haben wir in einer Fishbowl-Session unter anderem mit Prof.  Dr. Mario Martini, Uni Speyer, Johannes Landstorfer, Deutscher Caritasverband e.V., und Prof. Dr. Christian Stöcker, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sowie den Session-Teilnehmenden diskutiert.

Session 3: Gemeinwohlorientiert = Gemeinnützig? Unternehmen und gemeinwohlorientierte KI

Wie können Unternehmen KI im Sinne des Gemeinwohls einsetzen? Beispiele zeigen, dass Unternehmen, die Beschäftigte bei der Entwicklung von KI-Anwendungen einbeziehen, darauf verzichten, Datenmonopole zu schaffen, den Datenschutz in vorbildlicher Weise erklären und anwenden oder Wert darauflegen, Produkte durch KI-Anwendungen effizienter und umweltschonender zu produzieren und Anwendungen als Open-Source oder im „Freemium-Modell“ zur Verfügung zu stellen.

Welche Rolle kommt der Privatwirtschaft bei der gemeinwohlorientierten Nutzung von KI-Anwendungen zu? Welche Kriterien lassen sich für gemeinwohlorientierte Ansätze im wirtschaftlichen Umfeld formulieren? Wie stehen Gemeinwohlorientierung und Gewinnstreben zueinander? Und welche Formen der Zusammenarbeit gibt es zwischen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und der öffentlichen Verwaltung? Gemeinsam mit den Session-Teilnehmenden und mit Dr. Theresa Züger, AI & Society Labs, Katrin Elsemann, SEND e.V., Jutta Juliane Meier, Identity Valley und Rosmarie Steininger, Chemistree GmbH gingen wir diesen und weiteren Fragen auf den Grund.

Angela Berger

Angela Berger begleitet als Erwachsenenbildnerin und Design Thinking Coach digitale Kompetenzentwicklung im Caritasverband auf personeller und organisationaler Ebene. In partizipativ angelegten Digitalisierungsprojekten, durch Fortbildungen und Coaching unterstützt sie Sozialarbeiter*innen dabei, mit dem digitalen Wandel noch mehr Wirkung für ihre Klient*innen zu entfalten. Im Projekt „Lernende Systeme in der Beratung“ unternimmt sie mit dem Deutschen Caritasverband eine Tiefenbohrung, um Potentiale von KI für die soziale Arbeit aufzuspüren und zu nutzen.

Björn Böhning

Björn Böhning, Diplom-Politologe, ist seit März 2018 Beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), und dort verantwortlich für die Politikbereiche Arbeitsrecht, Arbeitsschutz, internationale Beschäftigungs- und Sozialpolitik, Digitalisierung und Arbeitswelt und für die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS. Böhning war zuvor Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, Mitglied des SPD-Parteivorstandes, Juso-Bundesvorsitzender und ist Mitglied des D64-Zentrum für digitalen Fortschritt.

Joana Breidenbach

Joana Breidenbach ist promovierte Kulturanthropologin, Sozialunternehmerin und Autorin zahlreicher Bücher. Sie ist Mitgründerin von betterplace.org und Gründerin des betterplace lab. Als Beirat oder Investorin unterstützt sie viele digital-soziale Innovationen, wie die ReDi School, Stiftung Neue Verantwortung, Clue, DeepL oder nebenan.de.

Anke Brinkmann

Anke Brinkmann ist Prokuristin und Geschäftseinheitenleiterin Gesundheitsmanagement bei der Berliner Stadtreinigung sowie ehrenamtliches Präsidiumsmitglied im BPM. Anke Brinkmann hat Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen an der TU Berlin studiert und danach als Beraterin und bei Vattenfall gearbeitet. Ihre Passion besteht darin, Rahmenbedingungen gemeinsam mit interdisziplinären Teams schaffen und gestalten, um Menschen gesund zu erhalten und dabei Brücken an Schnittstellen zu bauen. Mit KI – technologisch diese Herausforderung zu unterstützen motiviert sie.

Katrin Elsemann

Katrin Elsemann ist Entwicklungsökonomin, Gründerin und seit 4 Jahren Geschäftsführerin des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND).

Jochen Flasbarth

Jochen Flasbarth hat seinen Abschluss zum Diplom-Volkswirt an der Universität Münster und Bonn erworben und ist seit Dezember 2013 im Amt des Staatssekretärs im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Zuvor war er vier Jahre als Präsident des Umweltbundesamtes tätig.
Schon früh zeigte sich in seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten die Liebe zur Natur. Seit 1979 ist Herr Flasbarth Mitglied im früheren Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV), aus dem der heutige Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V. hervorgegangen ist. Von 1992-2003 hielt er das Amt des Präsidenten des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) e.V. inne, welches er ab 1994 hauptamtlich ausführte. Neben Mitgliedschaften im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung (2001-2003) und im Zukunftsrat der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (2002-2004), war Jochen Flasbarth auch Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Naturschutzgeschichte.

Lorena Jaume-Palasí

Lorena Jaume-Palasí forscht zur Ethik der Digitalisierung und Automatisierung und ist Gründerin der gemeinnützigen Initiative The Ethical Tech Society, die Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung erforscht und in Bezug auf ihre gesellschaftliche Relevanz einordnet. Sie ist als Expertin auch in internationalen Kontexten gefragt und war u.a. mehrfach Sachverständige für das Europäische Parlament und die Europäische Kommission zum Themenbereich KI und Ethik. Als Mit-Initiatorin von AlgorithmWatch, erhielt sie 2018 die Theodor Heuss Medaille „für ihren Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung von Algorithmen und deren Wirkmechanismen

Simone Kaiser

Simone Kaiser ist stellvertretende Leiterin des Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) des Fraunhofer IAO. Gemeinsam mit ihrem Team erhebt sie gesellschaftliche Wünsche und Ansprüche an neuen Technologien. Für Akteure aus Wirtschaft, Forschung und Politik entwickelt sie neue Prozesse und Methoden, um neue Technologien systematisch für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen nutzbar zu machen. Frau Kaiser ist seit 2010 bei Fraunhofer, davor arbeitete sie vier Jahre bei der Prognos AG im Beratungsbereich Innovation, Technologie und Bildung. Seit 2020 ist sie Co-Leiterin der AG Ethik der Initiative D21 und engagiert sich für eine ethische Gestaltung neuer digitaler Technologien. Simone Kaiser studierte Politik, Soziologie und VWL an den Universitäten Tübingen und Magdeburg.

Dr. Julia Kropf

Dr. Julia Kropf ist seit über 15 Jahren als Moderatorin an der Schnittstelle von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft tätig. Ihre Gespräche sind geprägt von Respekt, Fachlichkeit, Humor und Lebendigkeit - sowie einem echten Interesse für ihre Gesprächspartner*innen und deren gemeinsamer Entwicklung von Lösungen zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Als promovierte Soziologin und ehemalige Führungskraft in der Politikberatung bringt sie dabei ihre Fähigkeit ein, fachliche Verbindungen herzustellen und mit unterschiedlichen Perspektiven zu jonglieren.

Johannes Landstorfer

Johannes Landstorfer ist seit 2018 Koordinator der Digitalen Agenda beim Deutschen Caritasverband e.V. Er hilft viele digitale Aktivitäten im Verband strategisch zu verknüpfen und Themen wie Plattformfähigkeit oder Netzpolitik voranzubringen. Zuvor war er zehn Jahre Teil der Design-Beratung IXDS. Landstorfer studierte Interaction Design in Mannheim und Potsdam.

Prof. Dr. Mario Martini

Prof.  Dr. Mario Martini ist Inhaber des Lehrstuhls für Verwaltungswissenschaft, Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Europarecht an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. Seit dem Jahr 2016 leitet er den Programmbereich "Digitalisierung" am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer. Bis April 2010 hatte er eine Professur für Staats- und Verwaltungsrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Die Forschungsschwerpunkte von Mario Martini liegen insbesondere im Internetrecht, im Medien- und Telekommunikationsrecht, im Datenschutzrecht, in der Verbindung von Recht und Ökonomik sowie in den Bereichen Open Government und E-Partizipation.

Jutta Meier

Jutta Meier ist Gründerin und Geschäftsführerin der gemeinnützigen Identity Valley Initiative. “It´s all about trust.”

Johannes Müller

Johannes Müller ist Data Scientist sowie Gründer und Vorsitzender von CorrelAid  e.V. Das Netzwerk umfasst mittlerweile über 1500 Personen, die die Zivilgesellschaft in Datenmanagement und Datennutzung befähigen und unterstützen. Anspruch ist es dabei, das Potential neuer Technologien zu demokratisieren und den Zugang zur aktiven Mitgestaltung digitale Entwicklungen und Rahmenbedingungen auch für nicht wirtschaftliche Akteure zu erleichtern.

Bianka Rieder

Bianka Rieder ist Prokuristin bei der Berliner Recycling und verantwortlich für den Bereich Logistik. „Mein Antrieb ist lebenslanges Lernen und alle Möglichkeiten zu nutzen die wir haben, jetzt auch Künstliche Intelligenz.“

Tanja Samrotzki

Tanja Samrotzki hat Literatur- und Politikwissenschaften studiert. Nach ihrer journalistischen Ausbildung beim mdr berichtete sie 20 Jahre als Parlamentskorrespondentin für Fernsehsender über das politische Geschehen in Bonn und Berlin. Als Moderatorin genießt sie es, tiefer in Themen eintauchen zu können, als es in einer Nachrichtenredaktion möglich ist. Durch ihr Studium bringt sie profunde Kenntnis politischer Themen, Akteur*innen und Strukturen in die lebendige Gestaltung verschiedenster Moderationsformate ein: Vom Kongress bis zum Streitgespräch – zu allen Themen, die der Rede wert sind.

Tilman Santarius

Tilman Santarius lehrt und ist wissenschaftlicher Autor zu den Themen Klimapolitik, Handelspolitik, nachhaltiges Wirtschaften, globale Gerechtigkeit und digitale Transformation. Seit 2017 ist er Professor für Sozial-ökologische Transformation und nachhaltige Digitalisierung an der TU Berlin und am Einstein Centre Digital Futures Berlin. Er engagiert sich u.a. im Aufsichtsrat von Greenpeace Deutschland und publizierte zuletzt mit Steffen Lange das Buch „Smarte grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit“.

Tim Schleicher

Tim R. Schleicher ist Gründer und Geschäftsführer von LEAD Machine Learning. Das interdisziplinäre Team befähigt Organisationen dabei, ihre eigene KI-Erfolgsgeschichte zu schreiben – durch co-kreativ mit den Führungskräften und Mitarbeitenden entwickelte KI-Prototypen, die tatsächliche Herausforderungen lösen. Tim hat Data Science und Sozialwissenschaften in New York, Lüneburg, Friedrichshafen und Tel Aviv studiert und engagiert sich als Inspirer der Girls Hacker School sowie als Senior Fellow von Humanity in Action.

Juliane Seifert

Juliane Seifert ist seit März 2018 Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Von 2016 bis 2017 war sie Bundesgeschäftsführerin der SPD. Zuvor hat sie u.a. in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und zwei Bundesministerien gearbeitet. Sie studierte Geschichte in Berlin, Düsseldorf und Florenz und hat den deutsch-französischen Studiengang "Master of European Governance and Administration" in Paris und Potsdam absolviert.

Matthias Spielkamp

Matthias Spielkamp ist Mitgründer und Geschäftsführer von AlgorithmWatch. Er war Sachverständiger in Anhörungen des Europarats, des EU-Parlaments, des Bundestags und ist Mitglied der Global Partnership on Artificial Intelligence (GPAI). Er ist Journalist, Unternehmer, Bürgerrechtsaktivist und Vorstandsmitglied der deutschen Sektion von Reporter ohne Grenzen. Matthias Spielkamp ist des Weiteren Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Warentest, im Beirat des Whistleblower Netzwerks und im Fachausschuss Kommunikation/Information der Deutschen UNESCO-Kommission. Er ist Autor und Herausgeber der Automating Society Reports und Büchern zu Algorithmen, KI und Automatisierung, Internet Governance, der Zukunft des Journalismus und des Urheberrechts. Seine journalistischen Beiträge sind in MIT Technology Review, Die Zeit, brand eins und vielen anderen Publikationen erschienen.

Rosmarie Steininger

Rosmarie Steininger ist die Gründerin und Geschäftsführerin von CHEMISTREE. Ihr ist es wichtig, ihre algorithmenbasierten Matching-Lösungen für ihre Kunden transparent und verständlich zu machen. Im Projekt KIDD – Künstliche Intelligenz im Dienste der Diversität – bringt sie mit der Onboarding-Lösung von CHEMISTREE ein Good Practice Beispiel ein und verantwortet den Arbeitsbereich „Transparenz und Basiswissen bei Algorithmen und KI“.

Prof. Dr. Christian Stöcker

Prof.  Dr. Christian Stöcker ist Journalist, Autor und seit 2016 Fachhochschulprofessor im Bereich Digitale Kommunikation an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. Zuvor war er u.a. bei Spiegel Online im Bereich Wissenschaft und Netzwelt und seit 2011 dort Ressortleiter Netzwelt. Zudem gewann Stöcker 2010 den Preis für Wissenschaftspublizistik der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und ist Mitglied des Deutschen Computerspielpreises. 

Prof. Dr. Oliver Zielinski

Prof.  Dr. Oliver Zielinski leitet den Forschungsbereich Marine Perception am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie das Zentrum für Marine Sensorik an der Universität Oldenburg. Zuvor arbeitete er u.a. für die OPTIMARE Firmengruppe und als Professor an der Hochschule Bremerhaven. Sein Forschungsgebiet umfasst die Umweltphysik, mit besonderem Fokus auf intelligente Sensorsysteme und autonome Beobachtungssysteme an Meer und Küste.
 

Dr. Theresa Züger

Dr. Theresa Züger ist Leiterin der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Nachwuchsforscher*innengruppe Public Interest AI. Die Gruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie KI dem Gemeinwohl dienen kann und welche technischen wie gesellschaftlichen Kriterien dafür erfüllt sein müssen. Sie ist ebenfalls Co-Leiterin des AI & Society Labs.

10:00 Uhr | Begrüßung und Kickoff

mit Tanja Samrotzki und Simone Kaiser (Moderation)

10:08 Uhr | Was braucht ein Ökosystem für gemeinwohlorientierte KI?

Keynotes von Joana Breidenbach, betterplace lab und Matthias Spielkamp, AlgorithmWatch gGmbH

10:30 Uhr | Talk

mit Joana Breidenbach, betterplace lab und Matthias Spielkamp,  AlgorithmWatch gGmbH mit Publikumsbeteiligung

10:50 Uhr | Pause

10:55 Uhr | Wie KI in den Alltag kommt: Chancen und Herausforderungen für KI-Projekte in der Praxis

KI-Anwendungen für das Gemeinwohl – Berichte aus der Praxis

12:00 Uhr | Civic Coding - das neue Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl von BMAS, BMFSFJ und BMU

Gespräch mit

  • Björn Böhning, Staatssekretär im BMAS
  • Juliane Seifert, Staatssekretärin im BMFSFJ
  • Jochen Flasbarth, Staatssekretär im BMU

12:25 Uhr | Pause und Wechsel in parallelen Sessions

12:35 Uhr | Was heißt hier „Gemeinwohl?“ Drei parallele Sessions:

  • Session 1: Gemeinwohlorientierte Datennutzung
  • Session 2: Gemeinwohlorientierte Gestaltung von KI / Soziale Technikgestaltung
  • Session 3: Gemeinwohlorientiert = Gemeinnützig? Unternehmen und gemeinwohlorientierte KI

13:35 Uhr | Wechsel zum Livestream

13:40 Uhr | Wrap up der Sessions und Abschluss

14:00 Uhr | Get-together via wonder.me